AUT Women holen Bronze nach Glanzleistung bei Indoor Europameisterschaft
Im Gegensatz zum Open-Nationalteam ging es für das österreichische Frauen-Nationalteam berechtigterweise mit hohen Erwartungen nach Amsterdam. Der Kern der Mannschaft hatte 2024 als Catchup Graz bei der European Indoor Club Championship in Dänemark bereits Bronze gewonnen und war hungrig, diesen Erfolg auch auf Nationalteam-Ebene zu wiederholen.
Enge Spiele in der Gruppenphase
Die Gruppenphase verlangte den Österreicherinnen von Beginn an alles ab. Im ersten Spiel gegen Irland hatte Österreich klar die Oberhand, bis einige unkonzentrierte Fehler den Irinnen erlaubten, aus einem 7:10 Rückstand eine 11:10 Führung zu machen. Dann fand Österreich jedoch zurück ins Spiel und konnte mit einem Hold und einem Break im Universe-Point das Spiel doch noch für sich entschieden (12:11). Auch das zweite Spiel gegen die Ukraine war von Beginn an sehr ausgeglichen, bis sich Österreich in der Mitte des Spiels etwas absetzte, und schließlich mit 13:10 einen souveränen Sieg einfuhr. Im letzten Spiel des ersten Tages wartete Lettland. Ähnlich wie im ersten Spiel gegen Irland hatte AUT die meiste Zeit die Nase vorne, gab jedoch in letzter Minute beinahe das Spiel aus der Hand, als Lettland plötzlich mit 14:13 die Führung an sich riss. Die Österreicherinnen zeigten jedoch Contenance und erkämpften sich mit 15:14 den dritten Sieg in ebenso vielen Spielen. Am zweiten Spieltag ging es gegen die amtierenden Europameisterinnen aus Schweden, welche für ihre Stärke in der Halle gefürchtet waren. Österreich blieb konstant knapp dran, doch die Schwedinnen hatten von Anfang an die Oberhand (Endstand 10:15 für Schweden).
Johanna Roy mit einem Layout-Catch gegen Irland. © European Ultimate Federation / Oliver Hülshorst
Dramatisches Viertelfinale nach Dominaz im Power-Pool
Im Power Pool bestätigte das Frauen-Nationalteam die starke Form aus der Gruppenphase. Gegen die Slowakei (17:8) und Belgien (17:9) gelangen zwei dominante Siege. Lediglich gegen die Gastgeberinnen aus den Niederlanden, die späteren Vize-Europameisterinnen, setzte es eine 11:14-Niederlage.
Lina Ortner brillierte das gesamte Wochenende mit starken Catches wie hier im Spiel gegen die Slowakei. © European Ultimate Federation / Oliver Hülshorst
So kam es im Viertelfinale erneut zum Duell mit Lettland. Ähnlich wie in der Open-Division stand das Spiel auf Messers Schneide und war von mehreren Führungswechseln geprägt. Im Universe Point ließen die Österreicherinnen in der Offense aber nichts anbrennen und zogen mit 13:12 ins Halbfinale ein.
Spannung Pur am letzten Spieltag
Im Halbfinale ging es abermals gegen Schweden. Hier zeigten die AUT Women eine ihrer besten Turnierleistungen und konnten den Schwedinnen vor allem mit ihrer Zone viel Druck machen. Dennoch reichte es am Ende nicht und Österreich musste sich knapp mit 12:14 geschlagen geben. Die Enttäuschung bei den Österreicherinnen war groß, zumal der Finaleinzug in Reichweite war:
🗣️ Sandra Kniely, Playing Coach und Kapitänin AUT Women:
“Unser Ziel für das Turnier war es, mit einer Medaille nach Hause zu kommen, der große Wunsch war aber der Einzug ins Finale.”
Dementsprechend hungrig ging Österreich ins Spiel um Platz 3, wo ein Rematch gegen Irland folgte. Österreich setzte sich früh ab und baute sich bis zur Halbzeit eine komfortable 9:5 Führung auf. Trotz eines kleinen Runs der Irinnen gegen Ende ließen sich die Österreicherinne nicht verunsichern und gewannen per Hammer von Sandra Kniely zu Marlen Kainzmayer mit 13:10. Dies ist die erste Medaille für ein österreichisches Frauen-Nationalteam der offenen Klasse seit 1982.
Daniela Setina (hier am Wurf) spielte sowohl Offensiv wie Defensiv eine zentrale Rolle für den Erfolg der Österreicherinnen. © Martine Bootsman
🗣️ Sophie Felgitsch, Playing Coach und Kapitänin AUT Women:
“So bitter sich die Niederlage im Halbfinale zuerst angefühlt hat, umso stärker überwiegt aber nun der Stolz und die Freude über die großartige Leistung und den 3. Platz.”
Die Freude über die Bronze-Medaille war rießig bei den österreichischen Frauen. © European Ultimate Federation / Oliver Hülshorst
Die Spielergebnisse im Überblick:
Poolphase:
AUT 12:11 IRE
AUT 13:10 UKR
AUT 15:14 LAT
AUT 10:15 SWE
Power-Pool:
AUT 17:08 SVK
AUT 17:09 BEL
AUT 11:14 NED
Viertelfinale:
AUT 13:12 LAT
Halbfinale:
AUT 12:14 SWE
Spiel um Platz 3:
AUT 13:10 IRE
Topscorerinnen:
Sophie Felgitsch (25 Assists, 24 Goals)
Paula Wutti (13 Assists, 22 Goals)
Nina Pansy (12 Assists, 17 Goals)
Daniela Setina (20 Assist, 8 Goals)
Marlen Kainzmayer (6 Assists, 22 Goals)
Mehr Details zu Ergebnissen und Statistiken findet ihr hier:
Österreich war die einzige Nation bei der Indoor Europameisterschaft welche in mehreren Divisionen eine Medaille abräumte. In Anbetracht dieses Erfolges lässt sich bereits mit Vorfreude auf die Outdoor EM, welche 2027 stattfinden wird, blicken. Erst mal kommt jedoch die Klub-Weltmeisterschaft in Limerick kommenden Sommer, bei denen der Kern dieses Indoor-Nationalteams mit den Österreichischen Klubteams Catchup Graz und Mosquitos Klosterneuburg vertreten sein wird.

