AUT Open holt historische Silbermedaille bei Indoor Europameisterschaft

Die Silbermedaille bei der Indoor Europameisterschaft in Amsterdam ist erste Medaille für AUT Open in der offenen Klasse seit 1985. © European Ultimate Federation / Oliver Hülshorst

Von 29. Jänner bis 1. Februar 2026 fand in Amsterdam, Niederlande die Indoor Ultimate Europameisterschaft statt. Dort kamen Europas stärkste Indoor-Nationalteams zusammen, um sich vier Tage lang auf dem Parkett um den europäischen Meistertitel zu messen. Mit einem Open- und einem Frauen-Nationalteam war auch Österreich vertreten - und konnte an mehreren Fronten überraschen und dabei mit einer Silber- und einer Bronzemedaille Geschichte schreiben.

Das österreichische Open-Nationalteam ging nach dem Erreichen des 15. Platzes bei der letzten Indoor-EM 2022 mit niedrigen Erwartungen ins Turnier. Klar war jedoch: Der neu formierte Kader unter der Führung der Playing-Coaches Valentin Fischer und Jakob Dunshirn hatte das Potential, sich mit den Besten der Besten in der Halle zu messen. Das Ergebnis überraschte jedoch selbst die größten Optimisten.


Starkes Finish nach verpatztem Start in die Gruppenphase

Zum Auftakt setzte es gegen die späteren Bronze-Medaillisten aus der Slowakei eine bittere 15:16-Niederlage, bei der Österreich eine bereits sicher geglaubte 3-Punkte-Führung in den Schlussminuten verschenkte. Ab da ging es jedoch steil bergauf: Im nächsten Gruppenspiel zeigte AUT eine dominante Leistung gegen die Ukraine, Semifinalist von 2022, und holte sich mit 17:9 den ersten Sieg des Turniers.

Jakob Mory etablierte sich bereits früh in der Gruppenphase als einer der effektivsten Goal-Scorer des Turniers. © Martine Bootsma

Nervenkitzel in der K.O.-Phase

Dort wartete mit Lettland, dem Bronzemedaillisten von 2022, ein physisch starkes und in der Halle sehr routiniertes Team. Trotz dem verletzungsbedingten Ausfall von Superstar Arvīds Kārkliņš, waren die Letten, angeführt von Kapitän Toms Ābeltiņš ein beeindruckender Gegner. In einem wahren Krimi mit unzähligen Fürhungswechseln setzte sich Österreich im Universe Point 16:15 durch und zog somit ins Halbfinale ein.

Playing-Coach Valentin Fischers Würfe waren ein zentraler Faktor für die Effiktivität der österreichischen Offensive. © European Ultimate Federation / Oliver Hülshorst

Dort kam es zum Rematch gegen Litauen, welches überraschend den Gruppensieger aus Gruppe B Schweden im Viertelfinale bezwungen hatte. Auch hier gab es Spannung pur: Bis zum Stand von 12:12 reihte sich Hold an Hold, kein Team ließ ein Break zu. Dann schlug die österreichische D-Line entscheidend zu und setzte sich mit einem starken Run auf 16:12 ab. Nach einem Hold der Litauer machte die Österreichische O-Line mit einem Assist von Jakob Dunshirn auf Valentin Fischer, Coach zu Coach also, zu und sicherte mit 17:13 den Finaleinzug. 

Alexander Spahlholz mit einem athletischen Catch im Finale gegen Deutschland. © Martine Bootsma

Im Finale traf AUT Open auf ein äußerst souveränes deutsches Team. Nach einem hektischen Start konnte sich Deutschland kurz vor der Halbzeit absetzen und hatte die Partie ab da sicher in der Hand. Österreich hingegen zeigte sichtlich Nerven vor dem großen Publikum in Amsterdam und machte viele uncharakteristische Fehler. Besonders bitter: Big Man Alexander Spahlholz verletzte sich bei einem Sturz und Österreich musste ohne ihn das Spiel beenden. So gab sich AUT sich klar mit 11:17 gegen unsere Nachbarn geschlagen. Trotz einem bitteren Nachgeschmack des Finales, blickt Playing-Coach und Kapitän Valentin Fischer auf einen unglaublichen Erfolg zurück, zumal diese Silbermedaille die erste Medaille für ein österreichisches Open-Nationalteam in der offenen Klasse seit 1985 ist, wo Österreich damals Bronze holte.

🗣️ Valentin Fischer, Playing Coach und Kapitän AUT Open:
Prinzipiell sind wir mit der Einstellung in das Turnier gegangen, dass wir dort gegen jedes Team gewinnen, aber auch gegen jedes Team verlieren können. Im Endeffekt hat uns das eventuell die gewisse Lockerheit gegeben, die für den Erfolg nötig war. Silber ist für uns alle weit mehr, als wir uns jemals erwartet haben, wir sind natürlich unglaublich stolz auf das Ergebnis!

🗣️ Jakob Dunshirn, Playing Coach und Kapitän AUT Open:
Hervorzuheben ist, dass wir als sehr homogene Gruppe aufgetreten sind. Unsere größte Stärke war, dass wir füreinander und miteinander gespielt haben, wie auch den breit verteilten Scorerpunkten zu entnehmen ist. Besonders danken möchte ich unseren beiden Practice Players Paul Wilfing und Jürgen Wegerth, die, obwohl sie in Amsterdam nicht dabei waren, eine wichtige Rolle in der Vorbereitung gespielt haben und ohne die dieser Erfolg nicht möglich gewesen wäre.

Nach dem Finale gab es den üblichen Spirit-Circle zwischen den Finalisten, bei dem sich beide Teams für das Spiel bedanken und etwaige Konflikte nachbesprechen. © Martine Bootsma


Die Spielergebnisse im Überblick:

Poolphase:

  • AUT 15:16 SVK

  • AUT 17:09 UKR

  • AUT 17:15 BEL

  • AUT 17:11 POL

  • AUT 15:11 IRL

  • AUT 14:13 LTU

Viertelfinale:

  • AUT 16:15 LAT

Halbfinale:

  • AUT 17:13 LTU

Finale:

  • AUT 11:17 GER

Topscorer:

  1. Jakob Mory (5 Assists, 30 Goals)

  2. Valentin Fischer (25 Assists, 7 Goals)

  3. Sven Kleinhapl (21 Assists, 8 Goals)

  4. Barth Jonas (12 Assist, 14 Goals)

  5. Jakob Dunshirn (22 Assists, 4 Goals)

Mehr Details zu Ergebnissen und Statistiken findet ihr hier:

Österreich war die einzige Nation bei der Indoor Europameisterschaft, welche in mehreren Divisionen eine Medaille abräumte. In Anbetracht dieses Erfolges lässt sich bereits mit Vorfreude auf die Outdoor EM, welche 2027 stattfinden wird, blicken. Das nächste Großevent gibt es allerdings bereits kommenden Sommer - die Klub-Weltmeisterschaft in Limerick, bei der der Kern dieses Indoor-Nationalteams mit den Österreichischen Teams Catchup Graz, Echo Wien und Mosquitos Klosterneuburg vertreten sein wird.

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